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Lieber Pfarrer Cristian!
Sehr geehrte Noflerinnen und Nofler!
Geschätzte Mitfeiernde!
Herr Pfarrmoderator Cristian
Anghel hat Ihnen vergangenen Sonntag mitgeteilt, dass er mit Ende August die
Pfarre Feldkirch-Nofels verlassen wird.
Es ist dies eine
Entscheidung der Diözese, die in Absprache mit dem Herrn Pfarrmoderator und
nach vielen Gesprächen mit den Gremien und vielen Einzelpersonen getroffen
worden ist. Mir ist es wichtig, Ihnen diese Entscheidung persönlich
bestmöglich verständlich und nachvollziehbar zu machen – vor allem auch
deshalb, weil ich annehme, dass viele von Ihnen von den Entwicklungen, die
im Hintergrund stehen, wenig mitbekommen haben.
Mit der Entscheidung
verbindet sich der Wunsch und die Bitte an Sie, dass Sie den Blick nach
vorne richten, dass Sie sich alle eine neue Chance geben, hier in Nofels
miteinander Kirche zu leben und zu gestalten.
Warum diese Veränderung?
Die Diözese reagiert damit
auf einen Konflikt in der Pfarre, der sich trotz vieler Bemühungen nicht
beruhigt hat. Cristian Anghel ist im Herbst 2007 vom Herrn Bischof mit der
Pfarrleitung beauftragt worden. In den 2 1/2 Jahren sind vor allem zwischen
ihm und Teilen der beiden pfarrlichen Gremien PKR (Pfarrkirchenrat) und PGR
(Pfarrgemeinderat) Spannungen entstanden, die die Zusammenarbeit sehr
belastet und dann zum Teil auch verunmöglicht haben.
Aus Sicht der Diözese sind
die Gründe dieses Konfliktes vielschichtig und verteilen sich mehr oder
weniger auf alle Beteiligten. Dass die unmittelbar am Konflikt beteiligten
Personen die Situation und auch deren Ursachen widersprüchlich einschätzen
und die Schuld vor allem beim jeweils anderen sehen, liegt in der Natur
eines Konfliktes.
· Die
Spannungen resultierten u.a. daraus, dass es sehr bald auf beiden Seiten
enttäuschte Erwartungen gab.
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Beide Seiten fühlten
sich gegenseitig zu wenig wertgeschätzt.
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Hinzu kamen
Missverständnisse und Kränkungen.
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Es gab auf Seiten des
Herrn Pfarrers natürlich auch ein Stück Unerfahrenheit in der Leitung
einer Pfarrgemeinde. Nofels ist für ihn die erste Leitungsstelle.
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Eine Rolle spielte auch die über Jahrzehnte gewachsene
Prägung und Kultur der Gremien, die in der neuen Konstellation nicht
mehr funktionierte. |
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Wir haben uns die Entscheidung von Seiten der Diözese
nicht leicht gemacht. Es wurde auch mehrfach versucht, in diesem
pfarrlichen Konflikt zu intervenieren und zu vermitteln. |
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Es gab viele Einzelgespräche von am Konflikt beteiligten
Personen mit dem Herrn Bischof, dem Herrn Generalvikar und dem
Pastoralamtsleiter. |
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Es wurden intensive Gespräche mit den Gremien PKR und PGR
geführt, im Oktober bereits mit den Vorständen, im Dezember dann im
Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der beiden Gremien. |
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Am Ende aller Versuche mussten wir aber mit Bedauern zur
Kenntnis nehmen, dass die Situation sich nicht beruhigt hat, sondern im
Gegenteil der Konflikt an Schärfe und Breite zugenommen hat. |
Wir sehen in dieser Situation im Sinne des pfarrlichen
Lebens und der beteiligten Personen keine Alternative zu personellen
Veränderungen.
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Konkret: Wir haben die Repräsentantinnen und
Repräsentanten des Konfliktes gebeten, ihre Ämter und Aufgaben zur
Verfügung zu stellen. D.h. |
- Erstens: Pfr.
Cristian Anghel geht mit Ende August aus der Pfarre weg.
- Zweitens: Die
Vorsitzende des PKR stellt mit diesem Zeitpunkt ihr Amt ebenfalls zur
Verfügung.
- Der ehemalige gf.
Vorsitzende des PGR hat bereits im Dezember auf sein Amt verzichtet.
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Die diözesane Entscheidung ist also keine Entscheidung
für oder gegen eine der Konfliktparteien. Mit ihrem Amtsverzicht setzen
auch die drei Personen ein Zeichen, dass sie am Ende des Konfliktes
keine Sieger und keine Verlierer wollen und vor allem, dass sie der
Pfarrgemeinde einen Neuanfang ermöglichen wollen.
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| Pfr.
Cristian Anghel kommt für ein Jahr als Pfarrprovisor in die Pfarre
Bregenz Mariahilf. |
Die
Leitung der Pfarre Feldkirch-Nofels übernimmt für ein Jahr Pfr. Rudi
Siegl. Es ist dies ein Übergangsjahr. Im drauffolgenden Jahr steht eine
Neuregelung an, wobei auch Veränderungen in der Nachbarpfarre Tosters in
die Überlegungen mit einbezogen werden müssen.
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| Mir ist
es wichtig, auch in einer so schwierigen Situation das Mühen und das
Engagement der Beteiligten nicht zu übersehen, und auch nicht das Viele,
das in diesen drei Jahren gut gelungen ist. So möchte ich diese
Gelegenheit auch noch nützen, einen herzlichen Dank auszusprechen: |
- Dir, Pfarrer
Christian, danke ich herzlich für deinen Einsatz hier in Nofels, für
deine Impulse und Neuanfänge, wie etwa in der Kinder- und
MinistrantInnenarbeit, in der Liturgie und in der Begleitung alter und
kranker Menschen, insbesondere aber auch für deine Bemühungen und
Schritte in den vergangenen Monaten.
- Danken will ich
auch den Gremien PGR und PKR. Ich habe in diesem Konflikt viel
Herzblut und Engagement für die Pfarre gespürt. In besonderer Weise
gilt dieser Dank jenen Vertreterinnen und Vertretern der Gremien, die
gerade auch in den vergangenen Wochen ihre Arbeit in großer Treue
gegenüber der Pfarre weitergetragen haben. Das war ein wertvoller
Dienst am Übergang und Neuanfang.
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Am Ende
eines solchen Konfliktes hilft – ich möchte es nochmals sagen – nicht
die Schuldfrage, sondern nur das Eingeständnis, dass es in einer
Gemeinschaft eben Konflikte gibt und auch geben darf. Jetzt braucht es
die Großzügigkeit, Geduld und Barmherzigkeit, die uns gerade als
Gläubige sagen lassen: Wir sind nicht die Gefangenen unserer Geschichte
und Konflikte, sondern dürfen und können den Blick nach vorne richten,
das Beste aus der Situation machen und neu miteinander anfangen.
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Ich
wünsche allen Beteiligten, dass sie die verbleibende Zeit miteinander
und füreinander gut nützen können. Und der Pfarre Nofels wünsche ich,
dass sie weiterhin ein Ort sein wird, an dem ihr euren Glauben
miteinander teilt, wo ihr euch gegenseitig in eurer Hoffnung bestärkt
und wo ihr euch miteinander für ein gutes und erfülltes Leben der
Menschen in Nofels und darüber hinaus engagiert.
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Pastoralamtsleiter Walter Schmolly
Sonntag, 25. April 2010 |
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