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Einzug Pfarrer Werner Witwer am 22. Januar 2012 |
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Mit der Verlesung des bischöflichen Dekrets (es hatte bereits vor einem halben Jahr Werner Witwer die Übernahme des Pfarrverbandes Nofels, Tosters und Tisis in Aussicht gestellt, mit dem der „ehrwürdigste Herr Bischof“ den „hochwürdigsten Herrn Konsistorialrat“ mit allen Rechten und Pflichten des künftigen Pfarrherrn betraute) und der Unterzeichnung des Protokolls war Witwer offiziell als Pfarrer von Nofels installiert.
Veronika Geiger und Heidi Büchel schließlich überreichten dem neuen Pfarrer ein Labyrinth – ein uraltes Symbol für den Lebensweg. Werner Witwer wies darauf hin, dass er sich in seiner früheren Pfarre im Garten ein Labyrinth angelegt habe und immer wieder in die Mitte hineingegangen sei, um - aus der Mitte kommend - wieder neue Kraft zu schöpfen.
Der Himmel über Nofels voller Vögel Der Himmel über Nofels war beim Pfarreinzug von Werner Witwer voller Vögel. Dekan Herbert Spieler hatte nämlich für den Festgottesdienst die Evangelienstelle von Matthäus mit den Lilien auf dem Felde und den Vögeln des Himmels gewählt, die weder säen noch ernten, denn ihr himmlischer Vater ernähre und kleide sie. Deshalb, so die Weisung Jesu, sollten auch wir uns nicht sorgen um das Morgen. Vielmehr sollten wir uns um das Reich Gottes und das rechte Leben vor Gott kümmern und alles andere werde uns dazugelegt. An den Charaktereigenschaften einiger Vögel zeichnete Spieler das Idealbild einer Pfarrgemeinde, an der sich auch Nofels orientieren könne. Die Meisen etwa sind für ihn ein Abbild lieblicher Wesen. Und so solle auch in unserer Pfarre ein liebevolles Miteinander in den Familien und auf den Straßen herrschen, in den einzelnen Gesprächen und vor allem auch in den pfarrlichen Gremien und Arbeitskreisen. Die Spatzen wiederum sind für Spieler gefräßig und frech. Vielleicht solle auch eine Pfarrgemeinde mehrere Male frech sein, wie die Spatzen es sind. Denn: „Wir sind sehr oft zu angepasst und lassen uns nur selten auf freche Vorsätze ein“. Sein Rat: Wir sollten uns immer wieder in Neuland vorwagen, auch wenn wir nicht sicher sein können, dass solche Vorhaben gelingen.“ Die Schwalben hält Spieler für ausgesprochen elegante Vögel. Auch in der Liturgie sei ein Stück Eleganz gefragt, ist der Dekan überzeugt, damit das Himmlische aufleuchten und die Herzen der Gläubigen erreichen kann. Die Friedenstaube wiederum inspirierte ihn zur Frage: „Wie weit machen wir untereinander Frieden?“ Dabei gehe es um ein im christlichen Geist engagiertes Handeln – nicht nur in der Pfarre, im Dorf, sondern auch, inwiefern uns der Frieden weltweit ein Anliegen ist. Im folgenden entwarf Spieler geradezu ein Programm für die künftige Pfarrarbeit. Zunächst aber in Analogie zu den Vögeln bei Matthäus: Natürlich, auch sie seien sehr fleißig und arbeitsam und sorgten sich voller Hingabe für ihre Brut. Sie sorgten sich aber nicht um morgen oder darum, was in einem Monat oder nach einem Jahr sein wird. Ganz im Gegenteil: Ihr ganzes Interesse gelte dem Heute, da sie ausschließlich im Jetzt, im Augenblick leben. Auch als Pfarre sollten wir mit all unseren Pflichten und Kräften im Heute agieren und die Sorge um die Zukunft getrost Gott überlassen. Dafür aber müssten wir uns viel mehr darum kümmern, dass Reich Gottes auch tatsächlich ankommen kann. Dabei gehe es zuallererst einmal um die Frage, wo Gott in unserer Gemeinde gegenwärtig sein kann. Also: Welche Prioritäten sind zu setzen, damit Reich Gottes mitten unter uns entstehen kann? Damit so etwas geschieht, müssten wir die Türen im Pfarrhaus weit offen halten, um für andere mit ihren Sorgen ein Ohr, vielleicht auch eine Gabe zu haben. Als Pfarrgemeinde sollten wir uns überdies um die Zu-kurz-Gekommenen, die Abgeschriebenen, die am Rande Stehenden kümmern. Und vor allem sollten wir uns um die Kinder sorgen. Denn: Wo können Kinder heute sehen, dass es so etwas Vertrauensvolles wie Reich Gottes überhaupt gibt? Wahrnehmbar sei es für sie nur dann, wenn wir es ihnen als Erwachsene vorleben. Oder: Wenn wir wissen, dass zwei Drittel der Weltbevölkerung in bitterer Armut dahinvegetieren, dann müssten wir auch im Rahmen unserer Pfarre nach Möglichkeiten suchen, um diesen Menschen wenigstens punktuell zu helfen. Anregungen genug für Arbeitsschwerpunkte in der Pfarre, die durchaus auch frech wie die Spatzen sein kann, jedoch meisenhaft liebevoll auf die Nöte anderer eingehen sollte. Öffnet eure Gräber Pfarrer Werner Witwer erinnerte abschließend an den Propheten Ezechiel, der in der babylonischen Gefangenschaft von Jahwe kündete: Er öffnet eure Gräber und bringt euch zurück in das Land der Verheißung. Auch Nofels sieht Witwer als ein Land der Verheißung, ein Land der Hoffnung. Gott wird die Gemeinde leiten, ist er überzeugt, denn er haucht uns seinen Geist ein und dann werden wir lebendig. „Ich habe gesprochen. Ich führe es aus.“ |