Seelsorgeregion Feldkirch oder
Feldkirchs Pfarrgemeinden blicken über den Kirchturm hinaus

Wenn mehrere Pfarrgemeinden eine Zusammenarbeit anstreben und so einander etwas näher rücken, sozusagen über den eigenen Kirchturm hinaus schauen, bilden sie eine Seelsorgeregion. Ihr Ziel ist es, eine zeitgerechte Seelsorge zu gewährleisten. Bereits vor 5 Jahren wurde mit dem Aufbau der ersten konkreten Seelsorgeregionen in unserer Diözese begonnen (Klostertal, Kummenbergregion, u.a.)

Die Zusammenarbeit ist aus verschiedenen Gründen notwendig und sinnvoll:

Gesellschaftliche Gründe

Die Mobilität (Beweglichkeit) der Menschen, gerade unserer Jugend, hat stark zugenommen. Sie wohnen an einem Ort, aber ihre Beheimatung finden sie auch an anderen Orten bzw. in Gemeinschaften. Darin zeigt sich, dass die Sozial- und Lebensräume der Menschen zunehmend mehr auseinander fallen.

Gesellschaftliche Veränderungen bringen mit sich, dass  der christliche Glaube und seine Weitergabe eine veränderte Stellung und Wichtigkeit haben. Die Wahrheit der Glaubensinhalte allein genügt nicht, ihre Glaubwürdigkeit wird stärker als je zuvor davon abhängen, wie die Kirche, wie wir als Christen in unserer Gesellschaft konkret erlebt werden.

Situation durch Priestermangel

Auch in Zukunft wird jede Pfarrgemeinde einen zuständigen Pfarrer haben. Es wird aber Pfarrgemeinden geben (bereits an die 40 gibt es jetzt schon), bei denen der Pfarrer nicht im Ort wohnt. In solchen Gemeinden werden Ansprechpersonen bzw. Pfarrteams oder Pfarrassistent/innen eingesetzt, die bestimmte Aufgabenbereiche wahrnehmen. Aufgrund dieser Situation hat sich auch die Arbeitsweise der Priester stark verändert.

Es wird zunehmend deutlich, dass Schritte in die Zukunft der Kirche und der Gemeinde nur Schritte des „zusammen“ sein können. Wichtig für alle Aktivitäten in den Gemeinden ist der Wille zur Gemeinsamkeit von Priester, Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen, Fernstehenden, Diözesanleitung und Basis.

Chancen durch Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit ermöglicht eine bessere Bündelung der vorhanden Kräfte und Ressourcen und bringt Arbeitserleichterungen, wenn nicht mehr jeder alles tun muss. Zusammenarbeit ermöglicht vielfältigere Angebote und Verdoppelungen können dadurch vermieden werden. Einzelne Pfarrgemeinden haben dadurch auch die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen.

Jede Pfarrgemeinde hat von Jesus Christus her den Auftrag bekommen, als bezeugende, feiernde und dienende Gemeinschaft den Glauben in der Welt und für die Welt von heute zu leben. Um diesem Auftrag in einer vielschichtigen Welt gerecht zu werden, braucht es viele Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu und sich mit ihren verschiedenen Fähigkeiten einzubringen.

Verantwortung für eine Zusammenarbeit in der Seelsorge wahrzunehmen heißt also in erster Linie Gruppen und Gruppierungen – auch über Pfarrgrenzen hinaus – miteinander ins Gespräch zu bringen, damit so eine wirkungsvollere und zeitgemäße Seelsorge möglich wird.

Miteinander neue Wege gehen

Die Pfarrgemeinden Tisis, Tosters, Nofels, Dompfarre, Levis, Altenstadt und die Orden (Kapuziner und Kreuzschwestern) in Feldkirch haben sich nun entschlossen, eine Zusammenarbeit aufzubauen. Dabei wird überlegt, wo und wie im Miteinander eine zeitgemäße Seelsorge gestaltet werden kann. Dazu hat sich ein Projektrat gebildet, in dem die Hauptamtlichen (Priester und Pastoralassistent/innen) und je zwei Laienvertreter sich in regelmäßigen Abständen treffen. Es sollen Möglichkeiten für die Zusammenarbeit aufgezeigt und in die Wege geleitet werden.

PAL Dr. Benno Elbs, Projektleiter
Mag: Herbert Nußbaumer, Projektbegleiter