Auszüge aus der Schulchronik Nofels:


 

Der Zusammenbruch des Deutschen Reiches

 

Am 26. August 1939 zieht der Grenzschutz ins Schulhaus ein und zwar angeblich nur bis Schulbeginn. Der Grenzschutz zieht aber nicht mehr weg, sondern bleibt im Schulhaus bis zum Zusammenbruch. Alle Zimmer, mit Ausnahme der dritten Klasse ( 1. Stock westlich ) werden besetzt. Eine Klasse ( 2. ) wurde im Armenhaus untergebracht. Dieses Klassenzimmer diente den Pfründnern gleichzeitig als  Speisezimmer. 1940 kommt dann die Klasse  nachschwierigen Verhandlungen wieder ins Schulhaus zurück ( 1. Stock östlich  ) . Die erste Klasse ist in der alten Schreinerwerkstätte des Josef  Stieger in der Seb. Kneippstrasse untergebracht. Der Raum ist ziemlich dunkel und eine Großteil der kalten Jahreszeit ohne Sonne. ..lösung    findet jedoch das Entgegenkommen des Schreinermeisters Josef Stieger.

 

Das im ersten Stock gelegene Konferenz- und das anstoßende Zimmer  , in dem sich auch die Schulbibliothek ( ca. 150 Bd ) befand, wurden vom Grenzschutz als Schreibstube verwendet.

Im Erdgeschoss wurde  der Higa eingerichtet, von der oft, namentlich anfänglich…

 

..

 

Das Verhältnis zwischen Grenzschutz und Schule war im großen und ganzen gut. Beschwerden der Schule gegenüber dem Grenzschutz wurden von den einzelnen Kommandanten meist angenommen und auch Abhilfe geschaffen. Diese Beschwerden richteten sich meistens gegen Unreinlichkeit auf Gängen und Aborten. Hält der Kommandant auf Reinlichkeit, tat dies notgedrungen auch die Untergebenen. Von der Freundlichkeit der von Feldkirch kommenden Kontrollorgane der Lehrerschaft gegenüber war sehr wenig zu spüren.

Wie schon erwähnt, befand sich im angrenzenden Zimmer neben dem Konferenzzimmer in einem Kasten die Schülerbücherei und einige hundert Hefte, die vom Schulleiter   in …Feldkirch privat gekauft, deshalb  Eigentum des Schulleiters waren und von diesem an die Schüler ..  als Übungs- und .. hefte weiter verkauft wurden. Dieser Kasten wurde nun samt dem Inhalt  ohne Wissen der Lehrpersonen   auf den Estrich geschafft, dort erbrochen.und von Grenzschutzleuten und leider auch einigen Schülern des Inhalts beraubt. Als der Grenzschutz in dem Schulhaus war, wurde nämlich die Aufgabe ..   wegen Platzmangels und wegen des Krieges eingestellt. Die Lehrpersonen waren der festen Meinung, der Kasten befände sich samt Inhalt noch an seinem früheren Standort. Der Zoll.. teilte mir dann mit, dass die Schwingtür mittels des Küchenschlüssel, der zur genannten Tür passte, geöffnet worden sei. Nur wenige Büchlein gelang es noch von den Schülern zurückzuerhalten. Das gleiche Schicksal erfuhr auch der größte Teil während des Krieges auf dem Estrich untergebrachten Pfarrbibliothek…..

 

Nachdem Lehrerin Irma Sonnweber eines.. wegen in den dauernden Ruhestand trat, unterrichteten an den 3 Klassen der Schule bis zum Ende des Krieges nur 2 Lehrpersonen, Frl. Glatz Ida in der ersten und zweiten Klasse halbtags.. und Stieger Christian in der dritten Klasse und in der zweiten Klasse in Heimatkunde.

 

Da in der Schreibstube das Telefon angebracht war, wurden wir von dort auch von der Luftgefahr verständigt. Die letzten zwei Kriegsjahre

 

 

Gegen Ende April wurde der Unterricht infolge der  Kriegsangriffe eingestellt. Der Schulleiter war bis 30. April abends beim Volkssturm in Götzis  und Feldkirch.

Am Nachmittag des ersten Mai zogen Wlassow Truppen ins Schulhaus ein. Die Bänke  wurden ins Freie geschafft, Stroh in die Oberklassen und auf den Estrich gegeben und Quartier bezogen.   Andertags ( nachts ) zogen die Truppen über Fresch ins Liechtenstein .Handgranaten, Munition und anderes Kriegsgerät blieb im Hof liegen. Am 3. Mai   wurden die Bänke eingeräumt. Behilflich dabei waren  Altvorsteher Büchel, August Schöch,  Müller, Basil Büchel jun. – Schatzmann wurde dabei das Fahrrad gestohlen –, Ina Fehr und der Schulleiter. Kaum war das geschehen, kamen die ersten  Franzosen ins Dorf. Im Dorf wurde gegen Mittag an den Häusern die weissen Flaggen gehisst und besetzten auch das Schulhaus. ,,Kampftruppen, sie waren sehr anständig. Weggenommen durfte von der Schule nichts werden, aber …

In einigen Tagen wurden diese Kampftruppen von anderen französischen Truppen und Marokkanern abgelöst. Neben Privatwohnungen – meistens ..- zogen die Marokkaner auch in das Schulhaus ein. Es wurden ,,  in den Zimmern un Gängen aufgemalt – Rhin und Danube- vor der Schulstiege war auf der Erde ein Marokkanerstern, dann auf dem … ein Nofler stand dabei. Im Konferenzzimmer befand sich die Kanzlei, in der Franzosen  saßen.

Des öfteren bat der Schulleiter um Entfernung der Schul

 

 

 

Am 17. Mai begab ich mich mit Frau Franzl, einer Ungarin, die französisch sprach,  ins Konferenzzimmer, um nochmals um Freigabe der Schulrequisiten zu bitten. Es wurde mir versprochen, dass die Sachen um 10 Uhr abgeholt werden könnten. Wir- Nachbarn und Schulkindern-   begaben uns mit einigen Wagen und Kisten auf den Schulplatz. Von der Kanzlei aus wurde aber uns bedeutet, dass der Kommandant erst nachmittags um ½ 5 Uhr eintreffen und früher nichts entfernt werden könne. Enttäuscht, aber einverstanden.

 

Am Nachmittag um ½ 2 Uhr des genannten Tages kamen Schulkinder zu mir, da ich zwecks Wegschaffung der Schulrequisiten mehr daheim blieb und hinter meiner Wohnung am Holzscheiten war, mit der Meldung, dass die Marokkaner vor dem Schulhaus ein großes   Feuer unterhielten und dass Schulinventar .. Feuer warfen. Ich lief zu Frau Franzl und diese mit mir zum betreffenden Mann der uns am Morgen die Herausgabe zugesagt hatte. Frau Franzl sprach mit ihm. Er antwortete:“ Die Deutschen hätten im Frontkrieg das Schulhaus auch noch in Brand gesteckt.“ Auf dies hin erwiederte ihm Frau Franzl:“Sie  sind aber ein Franzose und kein Deutscher.“ Darauf  wurde von ihm der Zerstörung sofort Einhalt geboten. Wie mir  Frau Franzl mitteilte, schämt er sich wie ein anständig erzogenes Kind, das von seiner Mutter auf der ersten schlechten Tat ertappt wurde. Nach seiner Aussage

Der weitaus größte Teil der Schulmittel, an der unsere Schule im Verhältnis ziemlich Reich war, war durch Feuer vernichtet.  Unersetzlich sind: Der zweite teil der Schulchronik, die Schulmatrikel und die Kataloge – Schulzeugnisse, Ein Schulkatalog,   aus dem Jahr 1839. Auch sämtliche Ein- und Ausläufe der   schriften sind vernichtet. Hefte, Kanzleierfordernisse, Bücher  Man dachte während der Kriegszeit, man müsse sparen, es könnten Zeiten kommen, in denen man gar nichts bekommt,       vergebens. Ich nenne diesen Tag den   der Schule Nofels.

Die Marokkaner blieben bis zum 12. September 1945 in der Volksschule. Nach Abzug derselben schaute es traurig aus. Kästen ( 3 Vitrinen ) und Tische zerhackt und verbrannt, Kästen erbrochen und die Kastenschlösser entfernt, Bilder zerrissen und verbrannt und starker Schmutz. Im Keller reichte das stinkende Wasser bis zu  den Knien. Es rann vom Zimmervorraum im Erdgeschoss, wo der Abstellhahn demoliert war, durch den fußboden in den Keller.

Zum Nachtrag: Wir schauten am 17. Mai in meiner Klasse ( 1. Stock westlich ) um.