Totenwache


Dietrich Bonhoeffer schenkt den Menschen,
die um einen lieben Angehörigen trauern, ein tröstendes Wort:

  „Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, man soll es auch nicht versuchen;  man muss es einfach aushalten und durchhalten“.  

Es ist verkehrt, wenn man sagt: Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar nicht aus, aber er hilft uns, unsere Gemeinschaft miteinander  - wenn auch unter Schmerzen -  zu bewahren. Ferner: je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in stille Freude. Man trägt das vergangene  Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk mit sich.“

Alfons Mähr hat durch viele Jahre am Vorabend einer Beerdigung die Totenwache - früher Sterberosenkranz - gestaltet und so vielen Menschen geholfen, Dankbarkeit zu wecken, damit die „Qual der Erinnerung in stille Freude“ verwandelt werden kann.  Nun hat er uns gebeten, ihm diese Aufgabe abzunehmen. 

Unter der Leitung von Hannelore Wehinger und Cristian Anghel hat sich schon vor einem Jahr ein kleiner Kreis gebildet, dem Franz Brandstetter, Wolfgang Breuss,  Lisi Jussel, Gerhard Müller, Maria Fiel und Silvia Walser angehören. Dieser Kreis wurde nun aktiviert und das Totenwacheteam aus der Taufe gehoben.  

Nachdem die Angehörigen bei Alfons Mähr oder bei mir den Tod ihres Angehörigen gemeldet haben, vereinbare ich ein Gespräch mit der Trauerfamilie und informiere das Totenwacheteam.

Wenn es der Wunsch der Trauerfamilie ist mit den GestalterInnen der Totenwache selbst Kontakt aufzunehmen, um ihnen ihre persönlichen Wünsche mitzuteilen, dann vereinbare ich den Kontakt, ansonsten gebe ich die Wünsche der Trauerfamilie an das Totenwacheteam weiter.

 

Unser Totenwacheteam: Franz Brandstetter, Lisi Jussel,
Silvia Walser und Wolfgang Breuss
  

Unser Wunsch ist es, dass das Leben des Verstorbenen sowohl bei der Totenwache als auch beim Beerdigungsgottesdienst sichtbar wird: Das geschieht zB. durch Symbole, die um die Osterkerze angeordnet sind, denn diese ist das Hauptsymbol der Feier; in ihr leuchtet uns Jesus Christus auf.

Manche Familien wünschen das Verlesen des Lebenslaufes, schlagen selbst Texte und Gebete vor, die dem Verstorbenen wichtig geworden und ihn durch sein Leben begleitet haben. Alles das soll Platz haben und wird vom Totenwacheteam berücksichtigt. Ebenso ob ein, zwei oder drei Geheimnisse des Rosenkranzes gebetet werden sollen oder ob eher ein Bibelwort oder eine Symbolhandlung breiteren Platz bekommen soll.

Dankbar sind wir natürlich, wenn die Trauerfamilie selbst oder Freunde eine musikalische Gestaltung übernehmen, ansonsten helfen wir mit CD’s aus. 

Wichtig ist uns auch, dass die Totenwache Raum für Stille, für ein stilles Gedenken gibt. So erklingt während der Totenwache die Totenglocke und lädt zu einem Gedenken an den Verstorbenen ein.

Nach der Totenwache gehen die Angehörigen in die alte Kirche, wo der oder die Verstorbene aufgebahrt ist.  Hier können alle Mitfeiernden durch das Besprengen des Sarges / der Urne mit der Bitte, dass der Verstorben am Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi teilnimmt, vom Verstorbenen Abschied nehmen.

Ich bin sehr dankbar, dass wir  durch das neue Totenwacheteam die gute Tradition, die uns Alfons Mähr durch Jahre gesichert hat, nun so gut weiterführen können und den Trauernden Trost und Hilfe geschenkt wird.

Rudi Siegl, Pfarrer